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08.05.2019

Uhu-Küken Artur auf dem Weg zum „Happy End"

Atur hat schon einen guten Appetit (Video: INH):

 

 

 

 

(Foto: Gudrun Hartmann)

 

Höchst. (eis) Ende April hat es gleich zwei bemerkenswerte Begegnungen mit Uhus in Höchst gegeben. So hat sich in Dusenbach eine solche große Eule in einem Maschendrahtzaun vom Auslauf eines Hühnerstalls verfangen. Der Besitzer Klaus Wolf hat den großen Vogel vorsichtig aus seiner misslichen Lage befreit und wieder fliegen lassen. Der Uhu hatte sich dabei zum Glück nicht gewehrt, wie der Interessengemeinschaft Naturschutz Höchst (INH) berichtet worden ist.

 

(Foto: Gudrun Hartmann)

 

Möglicherweise ist dieser Vogel der Vater eines Uhu-Kükens, das wenig später in Mümling-Grumbach vor dem Hungertod gerettet werden konnte. Naturschützer hatten das Vogeljunge in seinem Nest aufgespürt. Auf die Spur waren sie durch einen toten Uhu gebracht worden, der in dem Höchster Ortsteil tot aufgefunden worden war. Der tote Vogel hatte einen Brutfleck, das heißt einen federlosen Fleck auf dem Bauch, und war dadurch klar als Weibchen gekennzeichnet. Mit einem Brutfleck kann das Weibchen direkt ihre Körperwärme von der Bauchhaut auf die Eier und Küken weritergeben. Den Naturfreunden war deshalb klar: Das tote Uhu-Weibchen musste noch Junge haben. Die unmittelbare Suche nach dem Nest war erfolgreich, und ein halb verhungertes Uhu-Küken konnte vom Vogelexperten Reiner Arbert geborgen werden. Unter Vermittlung des Naturschutz Bundes Odenwaldkreis (NABU) wurde das inzwischen Artur getaufte Küken zur Greifvogelstation von Arbert nach Michelstadt gebracht. Dieser hat das geschwächte Vogeljunge mit großer Geduld behutsam wieder an die Nahrungsaufnahme gewöhnt.  Artur hat inzwischen einen riesigen Appetit und ist schon stark gewachsen.

 

(Foto: NABU)

Uhus waren von 1915 bis in die 1970er Jahre in Deutschland ausgestorben und sind seitdem wieder eingewandert oder erfolgreich angesiedelt worden. Die Eulenvögel sind auf der roten Liste und damit streng geschützt. In Hessen wird inzwischen wieder von über 200 Brutpaaren ausgegangen. Auch in der Umgebung von Höchst werden die Eulen immer wieder beobachtet.    

 

Lesen Sie den Bericht des Odenwald-Echos vom 10.05.2019